Britta Wend – Siebenmeter trotz Querschnitt

„Wieder laufen zu können, daran habe ich selbst nicht geglaubt.“

Handballerin Britta Wend trainiert nach schwerem Sportunfall im AMBULANTICUM®

Britta Wend geht mit dem Ball Richtung Tor. Schritt für Schritt. Langsam und konzentriert. Aber sie geht. Allein. Ohne Hilfe. Seit einem Sportunfall ist die 23-Jährige querschnittgelähmt und kann nur noch einige Muskeln in den Beinen steuern. Trotzdem: Bei diesem Spiel ihres Handballvereins HTSF Senne möchte die leidenschaftliche Handballerin noch einmal einen regulären Siebenmeter werfen. Sie wirft. Und trifft. Dafür hat sie ein Jahr lang hart im AMBULANTICUM® in Herdecke trainiert.

Sportunfall im Akrobatikkurs

Es war ein Sportunfall im Januar 2019 während ihres Sportmanagement-Studiums, der Britta Wend ihren ersten Lendenwirbel zertrümmerte und das Rückenmark abklemmte. „Wir hatten einen Akrobatikkurs, haben uns auf eine Prüfung vorbereitet“, blickt die junge Frau zurück. Sie stand auf den Schultern eines Kommilitonen. Sollte abspringen, auf den Füßen landen und dann eine Rolle machen. „Irgendwie hat mein Kopf ausgesetzt“, so Britta Wend. Sie sprang ab, setzte bereits in der Luft zur Rolle an und landete hart auf dem Nacken. Der Stoß fuhr durch die Wirbelsäule, der erste Lendenwirbel brach.

Zwei Prognosen 

Britta Wend kam in die Kölner Uniklinik, dort wurde sie zwei Mal operiert. Die erste Prognose lautete: Das wird wieder. „Natürlich hat mir das Hoffnung gemacht“, so die Studentin, die zunächst auf einen Rollstuhl angewiesen war. Es folgten sechs Monate Reha im Bochumer Querschnittszentrum. Die Einschätzung der Spezialisten dort ist weniger optimistisch: kurze bis mittlere Strecken mit Gehhilfen wären in Zukunft vielleicht möglich.

Runterziehen ließ sich Britta Wend davon nicht. „Ich habe mein Glück nicht davon abhängig gemacht, dass alles wieder gut wird“, sagt sie. „Und irgendwas dazwischen ist es ja dann geworden.“ Sie lächelt. Denn heute kann sie wieder Strecken frei und ohne Gehilfen zurücklegen. Auch, weil sie nicht aufgegeben hat. Weiter an sich gearbeitet hat. Die Leistungsbereitschaft und den Ehrgeiz einer Sportlerin mitgebracht hat. 

Therapie ist Training

„Dass ich einmal wieder frei laufen kann, daran habe ich allerdings selbst nicht geglaubt“, erzählt Britta Wend. Dieses Ziel nahm erst während ihrer Therapie im AMBULANTICUM® Gestalt an, zu der sie noch im Rollstuhl sitzend kam. Gerätegestützte Therapie, Physiotherapie und Bewegungstherapie gehörten auch  zu ihrer Therapie, die sich „eher wie ein Training anfühlt“, so die Studentin. Das kommt ihr entgegen. Sie ist es gewohnt, hart zu trainieren und auch ans Leistungsmaximum zu gehen. 

Training der Rumpfmuskulatur und der unteren Extremitäten auf dem 3D-Spacecurl und Herausforderungen an der Kletterwand im AMBULANTICUM®. Foto: AMBULANTICUM®

Training der Rumpfmuskulatur und der unteren Extremitäten auf dem 3D-Spacecurl und Herausforderungen an der Kletterwand im AMBULANTICUM®. Foto: AMBULANTICUM®

Bereits im Laufe der ersten Intensivtherapie im Sommer 2019 benutzte Britta Wend ihren Rollstuhl weniger. Sie begann zu laufen. Erst mit zwei Gehhilfen. Dann benötigte sie nur noch eine. Schließlich ging sie ganz ohne Hilfsmittel. „Natürlich sieht es etwas anders aus, wenn ich laufe. Aber es gibt mir viel Freiheit wieder“, so die 23-Jährige, die sich gemeinsam mit ihrer Therapeutin Maike – selbst Handballerin – nach den ersten frei zurückgelegten Strecken ein neues Ziel steckte: den regulären Siebenmeter.

Training zur Vorbereitung auf den Siebenmeter. Foto: AMBULANTICUM®

Ein Leben ohne Sport? Unvorstellbar.

Am 8. Februar 2020 verwandelte Britta Wend den Wurf. Begleitet und angefeuert von Familie, Freunden, Team- und Sportkolleginnen. „Alle haben geweint. Aber vor Freude“, erinnert sich Britta Wend gerne an diesen emotionalen Moment zurück, der den aktiven Moment ihrer aktiven Handballkarriere markierte. Ihrem Herzenssport bleibt sie aber weiterhin treu: Nach ihrem Studium möchte sie für einen Handballverein arbeiten – am liebsten im Marketing. Und sie ist auch selbst weiter sportlich aktiv, spielt Rollstuhltennis. Ein Leben ohne Sport? Für Britta Wend ist das unvorstellbar. Sie schmunzelt: „So ein bisschen brauche ich einfach den Wettbewerb.“ 

Britta beim erfolgreichen Siebenmeter-Wurf für ihren Handballverein HTSF Senne. Bildquelle: Neue Westfälische



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